BIV-Umfrage Kfz-Ausbildung zeigt Anpassungsbedarf

Von Doris S. Pfaff 2 min Lesedauer

Im Vergleich zu anderen Handwerksberufen geht es dem Kfz-Gewerbe gut. Dennoch haben auch dessen Unternehmen erhebliche Probleme, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Das ist Teil des Umfrageergebnisses des Kfz-Gewerbes unter den Mitgliedsbetrieben.

Das Kfz-Handwerk ist in Sachen Ausbildung grundsätzlich gut aufgestellt, hat aber dennoch mit erheblichen Problemen zu kämpfen – vor allem bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Das Kfz-Handwerk ist in Sachen Ausbildung grundsätzlich gut aufgestellt, hat aber dennoch mit erheblichen Problemen zu kämpfen – vor allem bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die duale Ausbildung bleibt nach Einschätzung der Betriebe im Kfz-Handwerk das zentrale Instrument zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Das zeigt eine bundesweite Umfrage des Bundesinnungsverbands des Kraftfahrzeughandwerks (BIV-Kfz/ZVK), an der nach Angaben des Verbands rund 1.000 Ausbildungsbetriebe teilgenommen haben.

Die Mehrheit der Befragten hält danach die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker für grundsätzlich geeignet, um den fachlichen Anforderungen im Betrieb gerecht zu werden. Gleichzeitig sehen viele Betriebe angesichts der hohen Innovationsgeschwindigkeit in der Fahrzeugtechnik einen zunehmenden Anpassungsbedarf der Lehrinhalte. Besonders bei Elektrik, Elektronik, Hochvolttechnik, Assistenzsystemen sowie IT-, Software- und Diagnosekompetenzen müsse die Ausbildung aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen. „Die Ausbildung im Kfz-Handwerk ist attraktiv. Sie muss aber kontinuierlich an neue technische Entwicklungen angepasst werden, damit sie leistungsfähig bleibt“, erläutert Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün das Umfrageergebnis.

Trotz stabiler Ausbildungsstrukturen bleibt die Bewerberlage angespannt: Viele Betriebe berichten von zu wenigen oder unzureichend qualifizierten Bewerbern. Auch das zeigt die Umfrage: Praktika gelten aus der Erfahrung der Betriebe als zentrales Mittel, um geeignete Nachwuchskräfte frühzeitig zu identifizieren und für den Beruf zu gewinnen.

Ein großes Problem: Ausbildungsabbrüche kommen häufiger vor. Fehlzeiten, Unzuverlässigkeit und Konflikte im Team werden von den Betrieben als häufigste Ursachen genannt. Neben fachlichen Kenntnissen legen die Betriebe deshalb zunehmend Wert auf persönliche Reife, Verlässlichkeit und soziale Kompetenzen.

Mobilitätswende erfordert Anpassungen

Die Mobilitätswende verändert die Inhalte und Anforderungen im Kfz-Handwerk deutlich. Betriebe nennen insbesondere Begeisterung für Hochvolttechnik, Software und Digitalisierung sowie Interesse an alternativen Antrieben und Kundenkommunikation als wichtige Zukunftskompetenzen. „Unser Beruf ist ideal für die, die neugierig auf technologischen Wandel sind und ihn begleiten wollen. Es gibt nur wenige Berufsbilder, die Tradition und Modernität so eng verbinden wie das Kfz-Handwerk“, sagte Grün. „Morgens braucht das Liebhaber-Golf-Cabriolet einen Ölwechsel, und am Mittag kommt ein BEV zur Wartung.“

Mit den neuen Anforderungen steigt aus Sicht der Kfz-Betriebe der Bedarf an Unterstützung von den Verbänden. So erwarten sie zusätzliche Schulungsangebote für Ausbilder, moderne Lehrmaterialien, Austauschplattformen sowie gezieltes Nachwuchsmarketing über digitale Kanäle. „Erfolg im Kfz-Handwerk ist das Mannschaftsspiel von Auszubildenden, Mitarbeitenden, Betrieben, Innungen und Verbänden. Dass wir diese Aufgaben nach wie vor gut meistern, zeigt die Zahl von 73.500 Auszubildenden in unserem Gewerk“, so Grün. „Das Kfz-Handwerk ist der stärkste Ausbilder in Deutschland – und das soll auch künftig so bleiben.“

Zum Hintergrund: Die Umfrage des BIV-Kfz/ZVK – durchgeführt im Dezember/Januar – richtete sich an Ausbilder in Kfz-Werkstätten und Autohäusern. Ziel war, ein aktuelles Stimmungsbild aus der betrieblichen Praxis zu gewinnen und einen realistischen Überblick über die Ausbildungssituation zu erhalten. Der Impuls zur Umfrage kam im vergangenen Herbst aus dem ZDK-Berufsbildungsausschuss, bei dem sich die Vertreter der Landesverbände vor allem über die Qualität der Ausbildung austauschten sowie über mögliche Gründe, warum ein hoher Anteil der Ausbildungsverhältnisse scheitert.

Bei der vor wenigen Wochen durchgeführten Umfrage wurde unter anderem danach gefragt, ob und in welchem Umfang Modernisierungsbedarf bei den vom Verordnungsgeber festgelegten Ordnungsmitteln besteht.

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