Geschichte des Airbags

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 Airbag ergänzt Gurt 

Von Januar 1974 an galt in der Bundesrepublik Deutschland die Einbaupflicht für Sicherheitsgurte bei Neuwagen. Der aufrollbare Dreipunktgurt mit Einhandbedienung setzte sich danach relativ schnell durch, weil er die Akzeptanz bei den Autofahrern für diese Sicherheitseinrichtung deutlich erhöhte. Die Entwickler bei Mercedes-Benz erkannten dann, dass sich dessen Schutzwirkung mit einem Airbag noch verbessern ließ.

Das Ergebnis war das Ende 1980 in der damaligen S-Klasse eingeführte System: Zuerst ergänzte der Airbag nur den Sicherheitsgurt auf der Fahrerseite, auf dem Beifahrersitz baute Mercedes einen Gurt­strammer ein (so die ursprüngliche Bezeichnung). Die zwei Komponenten bewährten sich schnell bei schweren Frontalunfällen, denn der Airbag stützt zusätzlich zum Oberkörper auch Kopf und Nacken ab und mildert den Kontakt etwa zum Lenkrad. Gurt und Gurtstraffer halten gleichzeitig den Oberkörper zurück. Bereits 1984 gehörte der Gurtstraffer (so der neue Name für dieses Merkmal) zur Ausstattung für beide Vordersitze bei Mercedes-Benz- Personenwagen. Im September 1987 stellte Mercedes-Benz dann den ersten Beifahrerairbag vor.

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Anfangs arbeiteten in den Airbag- Systemen einstufige Gasgeneratoren mit dem Prinzip der Festtreibstoffverbrennung. Die bauen zwar schnell Druck auf, man kann den Druckaufbau aber nicht steuern und an die Unfallschwere anpassen. Das machen heutzutage sogenannte adaptive Airbag-Einheiten mit Hybridgeneratoren. Sie arbeiten mit einem Festtreibstoff und einem vorgespannten Gas. Dadurch können sie das Füllvolumen des Luftsacks an die erkannte Crashschwere und die Position der Insassen anpassen.

Der energieaufnehmende Airbag war dann die Voraussetzung für weitere Entwicklungen zur Insassensicherheit: 1995 kombinierte Mercedes den Gurtstraffer mit einem Gurtkraftbegrenzer. Das reduzierte die Krafteinwirkung auf den Brustkorb weiter. Der nächste große Entwicklungsschritt erfolgte 2002 mit der Einführung des präventiven Insassenschutzsystems Presafe, das neben anderen Kernmerkmalen auch einen Gurt mit zusätzlichem Elektromotor im Gurtaufroller enthält. Die elektronische Variante ist im Gegensatz zum pyrotechnisch ausgelösten Gurtstraffer reversibel und kann daher schon vor einem Unfall aktiviert werden, zum Beispiel, wenn die Sensoren eine Gefahrensituation erkennen. Bleibt die Kollision aus, lockert sich der Gurt wieder.

Auch die Zahl der Airbags im Auto hat inzwischen deutlich zugenommen. Zuerst kamen nach Fahrer- und Beifahrerairbag die Seitenairbags hinzu, die den Insassen bei einem Seitencrash einen besseren Schutz geben. Heute ergänzen Kopf-, Knie- und Mittenairbags die Systeme. Mercedes bietet zudem für einige Fahrzeuge sogenannte Beltbags an; das sind aufblasbare Sicherheitsgurte auf den hinteren Sitzplätzen. Eines haben die heutigen Airbags aber immer noch mit den ersten Systemen gemeinsam: Am besten wirken sie bei angelegtem Sicherheitsgurt.

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