Drei von vier Azubis halten sich für sehr zuverlässig. Unter Ausbilderinnen und Ausbildern sehen das nur 13 Prozent so. Bei der psychischen Belastbarkeit ihrer Schützlinge urteilen sie noch zurückhaltender.
Bei diesen Eigenschaften weichen Selbst- und Fremdbild deutlich voneinander ab.
(Bild: u-form Testsysteme)
Feedbackgespräch im Betrieb: Ein Azubi findet, dass er selbstständig und diszipliniert arbeitet. Seine Ausbilderin sieht das anders: Sie muss ihn oft an Aufgaben und Termine erinnern. Zu solchen Situationen kommt es im Ausbildungsalltag immer wieder. Wie weit Selbst- und Fremdbild auseinanderliegen, zeigt der zweite Teil der Studie „Azubi-Recruiting Trends 2026“ von u-form Testsysteme.
37 Prozent der jungen Befragten – Azubis, dual Studierende sowie Schülerinnen und Schüler – halten ihre Selbstdisziplin für stark ausgeprägt. Unter den Ausbildungsverantwortlichen sehen das nur 5 Prozent bei ihren Azubis so. 42 Prozent hingegen erleben die Selbstdisziplin ihrer Lehrlinge als kaum oder nicht ausgeprägt. Noch größer ist der Abstand bei der Zuverlässigkeit: 74 Prozent der jungen Befragen halten sich für sehr zuverlässig. Von den Ausbildungsverantwortlichen sagen das 13 Prozent über ihre Azubis.
Am kritischsten sehen Ausbilderinnen und Ausbilderinnen die psychische Belastbarkeit ihrer Azubis: Gerade mal 3 Prozent halten sie für stark belastbar, 55 Prozent für kaum oder nicht belastbar. Von den jungen Befragten selbst geben 37 Prozent an, psychisch stark belastbar zu sein.
Zwischen „kaum“ und „durchschnittlich“
Kritisch sehen viele Ausbildungsverantwortliche auch die Konzentrationsfähigkeit ihrer Azubis: 45 Prozent halten diese für kaum oder nicht ausgeprägt. Bei diesem Punkt schätzen sich die Azubis selbst zurückhaltend ein. Nur 27 Prozent schreiben sich eine stark ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit zu, weniger als bei jeder anderen Eigenschaft. Anders bei der körperlichen Belastbarkeit: 40 Prozent der jungen Befragten halten sich für stark belastbar. Von den Ausbildungsverantwortlichen sehen das 5 Prozent bei ihren Azubis so; 40 Prozent erleben sie als kaum oder nicht belastbar.
Bei vielen Eigenschaften stufen Ausbildungsverantwortliche ihre Azubis allerdings als durchschnittlich ein, bei der Loyalität zum Beispiel 56 Prozent. Für sehr loyal halten 18 Prozent ihre Azubis. Von den jungen Befragten sehen sich 74 Prozent so. Am wenigsten gehen die Einschätzungen bei der Toleranz auseinander: 50 Prozent der jungen Befragten halten sich für sehr tolerant, auf der anderen Seite sind es 33 Prozent.
Studieninitiatorin rät zu regelmäßigem Feedback
„Für Azubis ist es fundamental wichtig, von Anfang an regelmäßig Feedback zu bekommen“, sagt Felicia Ullrich von u-form Testsysteme, die die Studie initiiert hat. Ausbildungsverantwortliche sollten ihre Rückmeldung so geben, dass Azubis sie als Chance verstehen, sich weiterzuentwickeln, und nicht als Urteil.
Außerdem rät Ullrich beiden Seiten, miteinander zu klären, was jede von ihnen unter einer bestimmten Eigenschaft versteht. Dasselbe Wort kann für einen Azubi etwas anderes bedeuten als für seine Ausbilderin oder seinen Ausbilder, heißt es in der Studie. Sie empfiehlt deshalb, Begriffe wie Zuverlässigkeit, Selbstdisziplin oder Belastbarkeit für den eigenen Betrieb zu beschreiben. Was bedeutet „zuverlässig“ im Ausbildungsalltag? Ausbildungsverantwortliche sollten das so erklären, dass Azubis verstehen, was gemeint ist.
Erleben Ausbildende einen Azubi anders, als er sich selbst sieht, helfen laut Studie offene Fragen: „Woran machst du deine Einschätzung fest?“, „Was bedeutet Zuverlässigkeit für dich?“, oder „Wann hast du dich zuletzt als besonders zuverlässig erlebt?“ So kommt ein Gespräch in Gang, bevor jemand dem Azubi ein falsches Selbstbild unterstellt.
Gute Begleitung wäre schön
Von künftigen Arbeitgebern wünschen sich die jungen Befragten vor allem ein gutes Arbeitsklima: 88 Prozent ist es sehr wichtig. Es folgen ein sicherer Arbeitsplatz (86 Prozent) und Wertschätzung (83 Prozent). Ein hohes Gehalt ist 79 Prozent sehr wichtig. Vielfalt (33 Prozent) und Nachhaltigkeit (29 Prozent) liegen deutlich dahinter.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel Communications Group GmbH & Co. KG, Max-Planckstr. 7-9, 97082 Würzburg einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Was die Teilnehmenden darüber hinaus bewegt, zeigen die freien Antworten am Ende der Umfrage. Dort konnten alle aufschreiben, was sie noch loswerden wollten. u-form hat die Antworten mithilfe von KI ausgewertet und zu Themen gebündelt. Die jungen Befragten möchten unter anderem, dass Betriebe Stress, Prüfungsdruck und psychische Belastungen ernster nehmen. Außerdem wollen sie gefördert und ernsthaft begleitet werden, statt als günstige Arbeitskraft gesehen zu werden.
Die Ausbildungsverantwortlichen berichten, dass die Ausbildung aufwendiger geworden sei. Ihre Azubis bräuchten mehr Unterstützung bei Motivation, Selbstständigkeit und Belastbarkeit. Für sich selbst wünschen sie mehr Zeit, Rückhalt und Mittel. Zugleich warnen sie vor Pauschalurteilen über eine ganze Generation: Die Unterschiede innerhalb einer Generation seien groß.
In zwei Punkten sind sich beide Seiten einig. Sie wollen, dass Azubis im Alltag gut begleitet werden. Und sie kritisieren, dass Betrieb und Berufsschule sich zu wenig abstimmen.
Generation Alpha will reden
Erstmals vergleicht die Studie die Generation Z mit der Generation Alpha, also den Jahrgängen ab 2010. Die meisten Befragten aus der Generation Alpha gehen noch zur Schule. Werbung für Ausbildungsplätze nehmen sie auf Instagram deutlich seltener wahr als die Generation Z: 32 gegenüber 56 Prozent. Auf TikTok liegen beide Gruppen gleichauf (38 und 37 Prozent). Die Studienmacher sehen darin einen möglichen Hinweis, dass sich Instagram zum Netzwerk für Ältere entwickelt.
Neben Social Media sucht die Generation Alpha bei der Bewerbung auch den direkten Draht zu Azubis.
(Bild: u-form Testsysteme)
Soziale Medien sind für die Jüngsten aber nicht alles. 65 Prozent der Generation Alpha wünschen sich beispielsweise, über die Stellenanzeige Kontakt zu Azubis aufnehmen zu können. In der Generation Z sind es 48 Prozent. Über freie Ausbildungsplätze und duale Studiengänge informiert sich die Generation Alpha außerdem häufiger bei Lehrkräften und auf Schulveranstaltungen als die Generation Z: 40 gegenüber 24 Prozent. u-form rät Betrieben deshalb, persönliche Ansprechpersonen anzubieten, etwa Azubis in Stellenanzeigen, und mit Schulen zusammenzuarbeiten.
So viele Teilnehmende wie nie
An der Online-Umfrage nahmen 9.542 Azubis, dual Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie 2.071 Ausbildungsverantwortliche teil, insgesamt 11.613 Personen. Den zweiten Teil der Ergebnisse hat u-form Testsysteme aus Solingen am 23. September 2026 veröffentlicht. Wie in den vergangenen Jahren hat Prof. Dr. Christoph Beck die Studie wissenschaftlich begleitet. Partner ist das Ausbildungsportal AUBI-plus.