Gütegemeinschaft Autoberufe Gütegemeinschaft rüstet sich für den Wandel

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

Das Kfz-Gewerbe befindet sich bekanntlich in einer intensiven Transformation. Das betrifft auch die Gütegemeinschaft Autoberufe. Sie arbeitet deshalb aktiv daran, den Wandel zu managen.

Der neu gewählte Vorstand der Gütegemeinschaft Autoberufe: (v.li.) Carsten Siebers von Volkswagen, Birgit Behrens vom ZDK und Peter Schieder von Mitsubishi. Das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Heiko Schmidt von Audi war digital zugeschaltet.(Bild:  Schmidt - VCG)
Der neu gewählte Vorstand der Gütegemeinschaft Autoberufe: (v.li.) Carsten Siebers von Volkswagen, Birgit Behrens vom ZDK und Peter Schieder von Mitsubishi. Das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Heiko Schmidt von Audi war digital zugeschaltet.
(Bild: Schmidt - VCG)

„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“ Diese angeblich bereits rund 500 vor Christus vom griechischen Philosophen Heraklit von Ephesus getroffene Feststellung passt auch zu den aktuellen Entwicklungen im deutschen Kfz-Gewerbe und hätte sich gut als Motto für die Jahrestagung der Gütegemeinschaft Autoberufe geeignet. Denn die Themen, mit denen sich die Weiterbildungsverantwortlichen der deutschen Autohersteller und -importeure auseinandergesetzt haben, hatten sämtlich mit dem Wandel und den dadurch notwendigen Anpassungen zu tun.

KI in der Aus- und Weiterbildung

So informierten sich die Bildungsexperten beispielsweise über den sinnvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) bei der Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Autohäusern. Prof. Dr. Nicolai Krüger von der IU Düsseldorf erläuterte in einem sehr anschaulichen Vortrag, welche Unterstützung die KI heute schon beim Thema Aus- und Weiterbildung bieten kann und in welche Richtung sich diese Technik derzeit weiterentwickelt. Der Wirtschaftsinformatiker lehrt und forscht zu angewandter KI, insbesondere der Implementierung von GenAI in Unternehmen. So konnte er zeigen, welche Schritte aktuell notwendig sind, wenn ein Unternehmen seine Aus- und Weiterbildungsaktivitäten mit KI-Unterstützung weiterentwickeln möchte.

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Und weil Veränderungen immer auch Widerstände bei den Mitarbeitenden erzeugen, konnten die Teilnehmenden mit einem KI-gestützt arbeitenden Chat-Bot in eine Diskussion gehen, die so auch bei einer realen Diskussion in einem Unternehmensworkshop hätte entstehen können. Da es sich hierbei um einen Anti-Change-Bot handelte, konnten sie sich spielerisch mit sehr vielen Bedenken auseinandersetzen.

Wissen sichern

In den nächsten Jahren wird durch den demografischen Wandel ohne Gegenmaßnahmen viel Wissen in den Unternehmen verloren gehen. Wie man dieses Know-how auf einfache Art und Weise mit Hilfe von KI sichern kann, zeigte Gabriele Riedmann de Trinidad den Teilnehmenden. Die Gründerin der Plattform 3L hat Tools entwickelt, mit denen sich das Know-how der Mitarbeitenden leicht dokumentieren, archivieren und durchsuchen lässt. Außerdem ist die Software mittels KI in der Lage, daraus kleine E-Learnings zu entwickeln, die archivierten Texte in verschiedenen Sprachniveaus und Sprachen auszugeben und den Wissenstransfer auf neue Mitarbeiter zu managen.

Neue Berufsprofile, dynamische Weiterbildungen

Doch nicht nur die Veränderungen durch KI waren Themen auf der Jahrestagung. Es ging auch um Wandel im Kfz-Gewerbe und den notwendigen Umgang damit. So zeigte zum Beispiel Ute Schulze von Nissan am Beispiel des Nissan Ambassador, welche neuen Berufsprofile sich derzeit bei einzelnen Marken entwickeln. Markus Poser von Seat erläuterte, welche Dynamik inzwischen in den verschiedenen Weiterbildungen bei Marken wie Cupra steckt. Auf solche Entwicklungen muss die Gütegemeinschaft Autoberufe künftig eingehen, um die Qualität und die markenübergreifende Anerkennung der Weiterbildungen weiterhin gewährleisten zu können. So will beispielsweise eine Arbeitsgruppe eruieren, wie künftig eine gegenseitige Anerkennung neuer Berufsprofile in Verkauf und Service aussehen könnte, ohne die etablierten Weiterbildungen zu entwerten.

Fachkräfte finden und halten

Manuela Suhr aus der Abteilung Berufsbildung des ZDK informierte die Teilnehmenden zudem über die neuesten Aktivitäten der Initiative Autoberufe, die sehr erfolgreich dafür sorgt, dass Schulabgänger immer wieder auf das Kfz-Gewerbe als möglichen Arbeitgeber aufmerksam werden. Außerdem zeigte sie, welche Werkzeuge der virtuelle Werkzeugkasten der Initiative bereithält, damit Betriebe ein erfolgreiches Nachwuchsmarketing durchführen können.

Birgit Behrens, Geschäftsführerin der Abteilung Berufsbildung, berichtete zudem über die Elemente der neuen Fachkräftestrategie des Deutschen Kfz-Gewerbes „10.000+ Holen, halten, herausfordern“ .Mit dieser Aktivität will der Verband unter anderem neue Zielgruppen erreichen und für die Arbeit im Kfz-Gewerbe begeistern.

Welche Veränderungen auf Mitarbeitende in Kfz-Betrieben unter anderem zukommen können, zeigten zudem die ZDK-Referenten Markus Weller und Mats Gasper. Weller informierte über Entwicklungen bei der Elektromobilität und Gasper über die Aktivitäten der chinesischen Marken in Deutschland.

Neuer Vorstand für die Gütegemeinschaft

Außerdem gab es einen Wandel im Vorstand der Gütegemeinschaft Autoberufe. Heiko Schmidt von Audi und Ute Schulze von Nissan mussten ihr Vorstandsamt aus beruflichen Gründen aufgeben. Einzig Birgit Behrens stellte sich aus dem bisherigen Vorstandstrio zur Wiederwahl. Mit Carsten Siebers von Volkswagen und Peter Schieder von Mitsubishi hat sie aber nun zwei neue, engagierte Vorstandskollegen an ihrer Seite.

Auch im erweiterten Vorstand der Gütegemeinschaft gab es einen Wechsel. Hier musste Andrea Zlotowitz von Hyundai ebenfalls berufsbedingt ihr Amt aufgeben. Für sie wurde Sabine Bartel von MAN in dieses Gremium gewählt.

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Die Jahrestagung hat gezeigt: Die Zukunft kann kommen. Auf der Veranstaltung hatte man den Eindruck, die Teilnehmenden stünden einem Wandel deutlich offener gegenüber als der Anti-Change-Bot, mit dem sie sich im KI-Vortrag von Nicolai Krüger auseinandergesetzt hatten.

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