TÜV-Report 2025 Tesla macht Probleme

Von Edgar Schmidt 4 min Lesedauer

Beim TÜV-Report 2025 sind erstmals auch zehn Modelle mit E-Antrieb in die Auswertung eingeflossen. Sie schneiden zwar insgesamt weder besser noch schlechter ab als Autos mit Verbrenner, haben aber typische Mängel.

Teslas haben deutliche Defizite bei Service und Wartung. Darum schneiden die Modelle des Herstellers beim TÜV-Report besonders schlecht ab.(Bild:  Tesla)
Teslas haben deutliche Defizite bei Service und Wartung. Darum schneiden die Modelle des Herstellers beim TÜV-Report besonders schlecht ab.
(Bild: Tesla)

Wenn E-Autos bei der Hauptuntersuchung (HU) Mängel haben, lassen diese sich oft auf die Besonderheiten dieser Antriebstechnik zurückführen. Das ist eines der Ergebnisse des TÜV-Report 2025. Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, erläuterte bei der Vorstellung des Reports: „Bei vielen Elektroautos kommen die Achsaufhängungen nicht mit dem hohen Gewicht der Antriebsbatterie zurecht und verschleißen vorzeitig.“

Außerdem würden die Bremsen von E-Autos aufgrund der Rekuperation seltener genutzt. Daraus resultierten häufig Mängel an den Bremsscheiben, die nach den Erfahrungen des TÜVs dazu führen, dass die Bremsfunktion nachlässt.

Die Ergebnisse des TÜV-Reports lassen zudem den Schluss zu, dass manche Hersteller bei ihren E-Autos an der falschen Stelle sparen. So schneidet beispielsweise das Model 3 von Tesla besonders schlecht ab: 14,2 Prozent der geprüften Fahrzeuge fallen bereits bei der ersten HU nach drei Jahren mit erheblichen Mängeln durch. Oft sind hier die Bremsen und die Achsen der Grund. Im Ranking der 111 in dieser Altersklasse geprüften Fahrzeugbaureihen belegt der Tesla damit den letzten Platz – ebenso bei den 4- bis 5-jährigen Autos.

Dass Tesla-Modelle oft eine höhere Laufleistung haben als andere E-Autos, kann nicht der Grund für das schlechte Abschneiden sein, ist sich Bühler sicher: „Neben Mängeln an Bremsen und Achsen treten beim Tesla auch besonders viele Beleuchtungsmängel auf. Das spricht für Defizite bei Service und Wartung.“

Dass es auch besser geht, zeigen Modelle wie der VW e-Golf, der mit einer Mängelquote von 3,4 Prozent auf dem neunten Platz landet und sogar die Kompaktklasse gewinnt. Ebenfalls vorn dabei: der Hyundai Kona Elektro mit 4,0 Prozent Mängelquote und der Mini Cooper SE mit 4,4 Prozent.

Umfangreichere Prüfungen

Anhand der Laufleistungen, mit denen die E-Autos zur Hauptuntersuchung vorfahren, lässt sich laut TÜV-Verband inzwischen belegen, dass diese Fahrzeuge mittlerweile ein ähnliches Nutzungsprofil aufweisen wie Verbrenner. Trotz dieser Vergleichbarkeit von E-Autos und Verbrennern ist der Gebrauchtwagenmarkt bei den E-Autos allerdings bisher nicht richtig in Gang gekommen.

Das liegt nach Ansicht von Bühler an der Reichweitenangst und der Angst vor einem frühen Batterietod bei vielen Autofahrenden. Deshalb sei es wichtig, die Sicherheit und den Zustand der Antriebsbatterien bei der Hauptuntersuchung besser zu überwachen. „Bisher findet nur eine Sichtprüfung der Antriebsbatterie statt“, erläutert er. „Das Hochvoltsystem sollte aber mit zusätzlichen Prüfpunkten gecheckt werden, um den Schutz vor elektrischem Schlag und Überspannung zu gewährleisten.“

Dafür benötigen Prüforganisationen einen besseren Zugang zu den Fahrzeugdaten. Im Rahmen der HU sollte nach Meinung des TÜV-Verbands außerdem die Antriebsbatterie besser untersucht werden. „Die Antriebsbatterie ist das mit Abstand wertvollste Bauteil eines E-Autos und entscheidend für seine Sicherheit“, begründete Bühler diese Forderung. „Der Batteriezustand sollte deshalb bei der Hauptuntersuchung nach vergleichbaren Standards ermittelt werden und standardmäßig zum Prüfprogramm gehören.“

Ein solcher Nachweis wäre nach seiner Ansicht auch ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Marktes für gebrauchte E-Autos. Bisher bieten zwar bereits Hersteller, Prüforganisationen und andere Dienstleister Tests an, um die Batteriegesundheit zu ermitteln. Diese erfolgen aber nach unterschiedlichen Verfahren und sind deshalb nicht unbedingt vergleichbar.

Kaum Veränderungen

In der Gesamtauswertung des TÜV-Reports 2025 über alle Pkw-Modelle und Altersklassen fallen 20,6 Prozent bei der HU mit „erheblichen“ oder „gefährlichen Mängeln“ durch. Das ist ein leichter Anstieg um 0,1 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr. Damit ist jeder fünfte Pkw mit erheblichen technischen Mängeln unterwegs und muss nach der Reparatur erneut vorgeführt werden.

Rund 15.000 Fahrzeuge sind von den TÜV-Sachverständigen als „verkehrsunsicher“ eingestuft und an Ort und Stelle stillgelegt worden. Gründe sind beispielsweise angerissene Bremsleitungen, eine blockierende Lenkung oder Rost an tragenden Teilen. Der Anteil der Fahrzeuge mit „geringen Mängeln“ liegt bei 11,5 Prozent (plus 0,3 Punkte). 67,9 Prozent sind „ohne Mängel“ (minus 0,4 Punkte).

Gesamtsieger des aktuellen TÜV-Reports 2025 ist der Kleinwagen Honda Jazz. Nur 2,4 Prozent der 2 bis 3 Jahre alten Fahrzeuge fahren beim TÜV mit erheblichen Mängeln vor. Das ist die niedrigste Mängelquote aller geprüften Fahrzeuge.

Die anderen Altersklassen gewinnt souverän der Porsche 911 Carrera. In den verschiedenen Fahrzeugklassen überzeugt unter den 2- bis 3-Jährigen der Kia Picanto (6,4 Prozent) bei den Minis und bei den Kleinwagen der Gesamtsieger Honda Jazz (2,4 Prozent). Sieger in der Kompaktklasse ist der VW e-Golf (3,4 Prozent) und in der Mittelklasse der Audi A4/A5 (4,7 Prozent). Der VW Golf Sportsvan siegt bei den Vans mit 2,5 Prozent und der Audi Q2 mit 2,6 Prozent bei den SUV.

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Ein Problem für die Fahrzeugsicherheit sieht Bühler im kontinuierlich steigenden Durchschnittsalter der Fahrzeugflotte, das inzwischen bei 10,3 Jahren liegt. Viele Autofahrende würden nämlich an der Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge sparen. Deshalb fallen laut TÜV-Report 23,0 Prozent der 10 bis 11 Jahre alten Fahrzeuge bei der HU durch. Bei den 12- bis 13-Jährigen sind es sogar 28,1 Prozent. Besonders schlecht schneiden in dieser Altersklasse der Renault Twingo mit 41,5 Prozent ab und der Dacia Logan mit 41,0 Prozent.

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