Xpeng Noch ein neuer Player

Von Edgar Schmidt 3 min Lesedauer

Die chinesische Marke Xpeng ist gerade mit zwei Modellen in Deutschland gestartet und hat sich viel vorgenommen. Erfolg soll neben moderner Technik unter anderem ein klassisches Händlernetz bringen.

Mit dem P7 richtet sich Xpeng an Liebhaber sportlicher Limousinen.(Bild:  Schmidt - VCG)
Mit dem P7 richtet sich Xpeng an Liebhaber sportlicher Limousinen.
(Bild: Schmidt - VCG)

Die chinesischen Autohersteller drängen gerade mit Nachdruck auf den deutschen Markt. Während Marken wie BYD, MG und Ora jeweils Ableger großer Konzerne sind, ist die Marke Xpeng eine eher kleine Leuchte, die aber nicht weniger hell strahlt. Erst im Jahr 2014 gegründet, hat sich das junge Unternehmen ganz dem Elektroantrieb der digitalen Fahrzeugarchitektur verschrieben. Es ist dabei so gut, dass sogar Volkswagen künftig eng mit den Chinesen zusammenarbeiten möchte.

In Norwegen, Schweden, Dänemark und den Niederlanden ist Xpeng schon länger auf dem Markt, seit Mai nun auch in Deutschland. Gestartet sind die Chinesen mit zwei Modellen: der sportlichen Limousine P7 und dem SUV G9. Zumindest dem ersten Fahreindruck nach muss sich der junge Hersteller nicht vor den etablierten Autobauern verstecken: Die üppig dimensionierten Antriebe beider Modelle haben keinerlei Probleme, die beiden Wagen souverän voranzutreiben.

Was die Reichweite angeht, haben die Kunden bei beiden Modellen die Wahl zwischen unterschiedlichen Varianten. Beim P7, der mit einem 400-Volt-System ausgestattet ist, bietet die Long-Range-Variante eine WLTP-Reichweite von 576 Kilometern und die Performance-Version eine Reichweite von 505 Kilometern. Wer es ganz extravagant haben möchte, kann bei dem Modell auch zur Wing-Edition greifen, die mit nach vorne öffnenden Flügeltüren ausgestattet ist. Laden lässt sich die Batterie des P7 am DC-Lader jeweils mit maximal 175 kW und an der AC-Säule mit maximal 11 kW.

Im besten Fall braucht man an einem DC-Lader laut Werksangaben 29 Minuten, um die 82,7 kWh große Batterie von 10 auf 80 Prozent aufzuladen.

Beim G9 setzt Xpeng ein 800-Volt-Antriebssystem ein. Auch dieses Modell gibt es in drei Varianten: Standard, Long Range mit Heckantrieb und Performance mit Allrad­antrieb. Die WLTP-Reichweiten liegen zwischen 460 und 570 Kilometern. Schnellladen ist hier mit maximal 300 kW möglich. Dadurch ist die 93,1 kWh große Batterie nach 20 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen.

Sehr wintertauglich

Dass die Chinesen beim E-Antrieb ihr Handwerk verstehen, zeigt der Reichweitentest „El Prix“, den der norwegische Automobilverband NAF zweimal jährlich durchführt. Bei Temperaturen von plus vier bis minus zehn Grad Celsius kamen die Norweger mit dem G9 im Winter fast 452 Kilometer weit. Das waren nur 13,1 Prozent weniger als die WLTP-Reichweite des getesteten Modells von 520 Kilometern. Allerdings beträgt die maximal erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf norwegischen Autobahnen nur 110 km/h. Trotzdem ist das ein guter Wert: Unter gleichen Bedingungen hatten beispielsweise das Model 3 von Tesla oder der VW ID7 einen Reichweitenverlust von rund 30 Prozent.

Bei der Ausstattung will Xpeng die Kunden mit einem Komplettpaket überzeugen. Entsprechend kurz ist die Aufpreisliste. So ist lediglich ein Ausstattungspaket mit besseren Sitzen und besserem Soundsystem bestellbar, beim G9 zusätzlich noch eine eine Anhängerkupplung. Sämtliche Assistenzsysteme sind im Preis inbegriffen. Der P7 startet mit einem Grundpreis von 49.600 Euro für die Performance-Variante, die Wing Edition ist mit 69.600 Euro am teuersten. Beim G9 beginnt die Preisliste mit 57.600 Euro für das Standard-Range-Modell und endet bei 69.600 Euro für die Performance-Variante.

Dominante Displays

Bei der Bedienung der Fahrzeuge setzen die Chinesen leider auf Touchdisplays. Das führt dazu, dass man relativ lange abgelenkt ist. Auch dass sich der Schalter für die Warnblinkanlage im Dachhimmel befindet, trägt nicht gerade zu einer intuitiven Bedienung bei. Allerdings lassen sich viele Funktionen per Sprache bedienen. Und der Sprachassistent erkennt sogar automatisch, von welchem Platz im Auto ein Befehl kommt und reagiert entsprechend.

Im G9 gibt es digitalen Luxus auch für Insassen auf dem Beifahrersitz: Sie verfügen über einen eigenen Multimedia-Bildschirm und können dort beispielsweise während der Fahrt Filme schauen. Damit die fahrende Person davon nicht abgelenkt wird, sieht sie von ihrem Platz aus nur eine schwarze Fläche. Ein nettes Gimmick ist auch der Lautsprecher in der Kopfstütze des Fahrersitzes: Über ihn kann man sich zum Beispiel Navigationshinweise ansagen lassen.

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Vertrauen schaffen

Zusätzlich zur Technik möchte Xpeng in Deutschland die Kunden mit einem klassischen Händlernetz und einer guten Ersatzteilversorgung gewinnen. Bis 2026 sollen 60 Händler mit 120 Standorten die Autos vertreiben. Der Start mit zwölf Partnern und 24 Standorten ist dabei schon besser gelaufen, als vom Importeur geplant. Deutschland-Geschäftsführer Markus Schrick betont zudem, dass die Händler mit Xpeng gutes Geld verdienen und Spaß mit der Marke haben können. Das könnte einer der wesentlichen Faktoren für einen Erfolg in Deutschland sein. Denn etablierte Händler können schneller Vertrauen für eine neue Marke schaffen. Das ist wichtig für einen bleibenden Erfolg und unterscheidet Xpeng von Wettbewerbern wie Nio.

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